Influencer in der Pflege zur Gewinnung von Mitarbeitern

Influencer in der Pflege zur Gewinnung von Mitarbeitern

Angesichts der Personalknappheit in Sozial- und Pflegeeinrichtungen versuchen nun einige Betriebe mit Influencer-Personalmarketing, die dringend benötigten Fachkräfte zu akquirieren. Die Idee: Blogger, YouTuber oder Instagrammer posten spannende Bilder oder Videos über das jeweilige Pflegeheim oder die soziale Einrichtung um so Interesse bei potentiellen BewerberInnen für den Beruf zu wecken.

Da gerade die junge Zielgruppe sich in den sozialen Netzwerken aufhält. Doch wie einen Influencer finden, der zum Unternehmen  und für das Vorhaben des Personalmarketings passt? Das ist – besonders für Sozial- und Pflegeeinrichtungen – gar nicht so einfach.

Die richtigen Influencer finden

Vielversprechend sind so genannte Micro-Influencer. Sie müssen nicht unbedingt einen sozialorientierten Blog betreiben. Schließlich haben auch Pflegekräfte oder Erzieher Hobbys, verreisen gerne oder stöbern im Internet nach Unterhaltung. Wichtig ist vielmehr, dass die Influencer irgendeinen Berührungspunkt mit der Zielgruppe Ihres Personalmarketings haben. Das kann zum Beispiel die gemeinsame Heimat sein. So könnten Sie in einem regionalen Radfahrer-Blog Personalmarketing für Ihre ambulanten Pflegedienste machen, wenn das Einzugsgebiet so klein ist, dass die Pflegekräfte mit dem Fahrrad von Einsatz zu Einsatz fahren können. In dem Fall wäre das Fahrrad der gemeinsame Nenner. Sie könnten eine Umfrage unter Ihren Fachkräften durchführen, für welche Themen Sie sich in Ihrer Freizeit interessieren. Und wenn sich da zufällig Themen auftun, die auffällig viele Pflegekräfte oder Erzieher begeistern – Reisen nach Spanien? Krimis? – können Sie Influencer aus diesem Bereich auswählen.

Blogger

Blogger als Influencer haben übrigens gegenüber reinen YouTubern oder Instagrammern einen wichtigen Vorteil: Sie taugen besser für das Content Marketing. Ein längerer Blog-Artikel über soziale Berufe bringt aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung wesentlich mehr, weil Google hier mehr Text auswerten kann. Zumindest solange die Suchmaschinen noch nicht damit angefangen haben, die gesprochenen Worte aus Videos auszulesen und von ihrem Algorithmus mitbewerten zu lassen. Für einen guten Blogger sind Facebook oder Instagram nur Kanäle, in denen LeserInnen abgefangen werden, um dann auf den Blog gelenkt zu werden, wo ein Thema ausführlich besprochen werden kann.

Wie und wo finde ich passende Influencer?

Das Internet nach Influencern zu durchforsten kostet viel Zeit und kann sehr mühsam sein. Meist bleibt man stundenlang in diversen Blogs oder YouTube-Kanälen hängen und klickt sich durch die Beiträge und Videos. Man kann auch viel Geld dafür ausgeben, dass eine Agentur die Recherche übernimmt – doch das ist oft mit jahrelangen Verpflichtungen gegenüber der Agentur verbunden. Inzwischen sind erste Dienstleister mit Blogger-Plattformen gestartet, über die Sie als Unternehmen in aktiven, marketingorientierten Blogs recherchieren können. Das kostet natürlich auch Geld, aber wesentlich weniger.

Ein Beispiel für eine solche Plattform ist trusted-blogs.com, das sich auch „Blog-Suchmaschine“ beziehungsweise „Marktplatz für Influencer-Marketing“ nennt. Alternativ gibt es z.B. blogger-helden.de oder bloggerei.de. Bei diesen Blogs registrieren sich Blogger, die Interesse haben, gegen ein überschaubares Honorar über Unternehmen zu schreiben. Als Unternehmen veröffentlichen Sie ein Briefing für eine geplante Kampagne (Thema, Anforderungen an den Inhalt oder die Länge der Beiträge, Honorar) und bekommen Bewerbungen von Bloggern. Sie suchen sich diejenigen aus, die Ihnen am passendsten erscheinen.

Eigene Influencer hervorbringen

Eine andere Möglichkeit ist es, dass Mitarbeiter aus dem eigenen Betrieb eine solche Aufgabe übernehmen. Dies kann z. B. in Form eines Instagram Profils geschehen oder mithilfe eines Blogs. Wenn Mitarbeiter und Betrieb sich darüber einig werden, hat das den Vorteil, dass die Zuschauer dem Influencer unmittelbar am Arbeitsalltag in Ihrem Unternehmen begleiten, und Sie die Inhalte steuern können. Zudem möchten potentielle Bewerber dann direkt zu Ihnen in den Betrieb und nicht zu irgendeiner Pflegeeinrichtung.